Streit um Zufahrt droht Seit Jahrzehnten nutzt die 60-jährige Friederike L. aus Sandl in Oberösterreich eine öffentliche Straße, um zu ihrer Garage z
Streit um Zufahrt droht
Seit Jahrzehnten nutzt die 60-jährige Friederike L. aus Sandl in Oberösterreich eine öffentliche Straße, um zu ihrer Garage zu gelangen. Doch genau diese Zufahrt ist nun in Gefahr: Die Gemeinde plant, die Straße umzuwidmen und aufzulassen – sehr zum Ärger der Anrainerin, die dadurch in ihrer Mobilität und Lebensqualität massiv eingeschränkt wäre.
„Ich bin aus allen Wolken gefallen, als ich davon erfahren habe“, berichtet die Witwe. Ein Gemeinderat hatte sie darüber informiert, dass ein Einleitungsbeschluss zur Auflösung des öffentlichen Weges gefasst wurde. Für Friederike L. wäre das eine tiefgreifende Veränderung: Über diesen Weg erreicht sie ihre Garage, in der nicht nur ihr Auto, sondern auch ein Anhänger steht. Zudem erfolgt über diese Route die Anlieferung von Brennholz für ihre Zentralheizung.
Gemeinde plant Neubauprojekt
Hintergrund der Umwidmung ist ein Neubauprojekt: Auf einer großen Wiese wurden 15 Bauparzellen für Reihenhäuser bewilligt. Um den nötigen Platz für die Erschließung zu schaffen, soll nun die bestehende Straße weichen. Friederike L. betont jedoch, dass sie gegen das Bauvorhaben grundsätzlich nichts einzuwenden habe – solange ihre Zufahrt bestehen bleibt. Sie verweist auf ein früheres Gespräch mit der damaligen Amtsleiterin, bei dem ihr versichert worden sei, dass ihre Zufahrt unangetastet bleiben würde. Umso überraschter sei sie gewesen, als der Straßenverlauf ohne weitere Rücksprache geändert wurde.
Abstimmung im Gemeinderat
Noch ist nichts endgültig entschieden: Der Sandler Gemeinderat will am Donnerstagabend über die Umwidmung der Straße abstimmen. Bürgermeister Gerhard Neunteufel (SPÖ) soll der betroffenen Anrainerin nahegelegt haben, mit dem neuen Eigentümer der angrenzenden Parzelle einen privatrechtlichen Vertrag über ein Zufahrtsrecht abzuschließen. Für viele klingt das jedoch nach einer unzumutbaren Lösung – schließlich wurde die Familie L. vor rund 35 Jahren selbst noch an den Erschließungskosten der Straße beteiligt.
Gemeinderat Herwig Kerschbaummayr von der Liste „Kerschy“ kritisiert das Vorgehen scharf: „Man kann doch nicht einfach den Anrainern den Weg nehmen und ihnen dann nahelegen, sich privat irgendwie durchzuschlagen – das ist nicht nur unsozial, sondern auch rechtlich fragwürdig.“
Wie der Gemeinderat entscheidet und ob es zu einer Einigung kommt, bleibt abzuwarten. Für Friederike L. steht jedenfalls viel auf dem Spiel – vor allem ihre Unabhängigkeit im Alltag.

COMMENTS