Österreich bleibt bei Telemedizin Schlusslicht Eine internationale Studie in 38 Ländern zeigt: In der Primärversorgung nimmt Österreich bei Video-Kon
Österreich bleibt bei Telemedizin Schlusslicht
Eine internationale Studie in 38 Ländern zeigt: In der Primärversorgung nimmt Österreich bei Video-Konsultationen auch während der Pandemie eine blasse Rolle ein.
Forscher aus Aarhus und Wien analysierten Daten aus über 5.000 Hausarztpraxen. Ergebnis: Weniger als die Hälfte bot während der Covid-Zeit Video- Sprechstunden an – in Ländern wie Großbritannien, Frankreich oder Skandinavien waren es zwischen 83 % und 94 %. In Österreich nutzten lediglich rund 29 % der Praxen dieses Angebot – vor der Pandemie lag der Wert bei eindrucksvollen 6 %.
Deutschland hingegen erreichte fast 47 %, während Dänemark mit über 90 % den Sprung zur Normalität schaffte .
Systembedingungen bremsen digitalen Fortschritt
Die Studie nennt drei wesentliche Einflussfaktoren:
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Praxisstruktur: Größere, städtische und selbstständige Praxen mit vielen Patienten oder vielen Menschen mit Migrationshintergrund setzen eher auf Video-Sprechstunden.
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Internetqualität: Nur in Regionen mit gutem und bezahlbarem Netzanteil wurde Telemedizin signifikant genutzt.
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Digitalisierungsbereitschaft: Viele österreichische Hausärzte verfügen weder über aktuelle Webseiten noch ein funktionierendes E-Mail-System; eHealth wird selten als Zukunftsmodell angesehen.
Erkenntnisse aus Österreich
Eine separate Analyse unter österreichischen Praxisinhabern ergab: Nur 7,6 % boten nach Pandemiebeginn Videokonsultationen an, kaum mehr als die 3,8 % davor. 94 % hatten gar keine digitalen Sprechstunden eingeführt.
Mehr als die Hälfte der Praxen verfügten nicht einmal über eine aktuelle Webseite, und nur etwa ein Drittel nahm eHealth als zukunftsweisend wahr.
Fazit
Österreich hinkt bei der Telemedizin deutlich hinterher – trotz wachsendem Bedarf. Neben technologischen Defiziten fehlen vor allem klare Finanzierungs-, Organisations- und Schulungskonzepte. Laut Expertinnen und Experten ist daher dringend eine umfassende, nationale Digitalstrategie nötig, um Video-Sprechstunden für alle Hausärztinnen und -ärzte zur Normalität zu machen. Bis dahin bleibt Österreich im europäischen Vergleich Nachzügler.

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