Eine Woche nach dem US-Militärschlag auf iranische Atomanlagen mehren sich die Zweifel an der tatsächlichen Wirkung des Angriffs. Während US-Präsident
Eine Woche nach dem US-Militärschlag auf iranische Atomanlagen mehren sich die Zweifel an der tatsächlichen Wirkung des Angriffs. Während US-Präsident Donald Trump in scharfen Worten von einem „völlig zerstörten“ Atomprogramm Irans spricht, zeichnen internationale Geheimdienste und die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) ein deutlich zurückhaltenderes Bild.
Iran: Angriff weniger heftig als erwartet
Laut einem Bericht der Washington Post, der sich auf abgefangene Kommunikation iranischer Regierungsvertreter stützt, waren diese selbst über die vergleichsweise geringe Wirkung der US-Angriffe überrascht. Sowohl die Zahl der Bombardements als auch der angerichtete Schaden seien unter den Erwartungen geblieben. Entgegen Trumps Darstellung dürfte das iranische Atomprogramm nicht um Jahrzehnte, sondern nur um wenige Monate zurückgeworfen worden sein.
IAEA warnt vor rascher Wiederaufnahme
IAEA-Chef Rafael Grossi erklärte in einem Interview, dass der Iran bereits in naher Zukunft die Urananreicherung wieder aufnehmen könnte. Inspektionen durch die Atomenergiebehörde werden derzeit von Teheran blockiert, was die Lage zusätzlich verschärft. Besonders besorgniserregend ist laut Grossi der unklare Verbleib von Uranbeständen, die auf bis zu 60 Prozent angereichert waren. Es sei ungewiss, ob diese zerstört wurden oder weiterhin existieren.
Politische Spannungen – aber auch erste Gesprächssignale
Trotz der angespannten Lage signalisieren einige Stimmen in Teheran diplomatische Gesprächsbereitschaft. Der iranische UN-Botschafter Amir Saeid Iravani erklärte, unter bestimmten Bedingungen sei man zu neuen Verhandlungen mit den USA bereit. Voraussetzung: Washington müsse weitere Angriffe ausschließen. Auch der stellvertretende Außenminister Irans deutete an, dass hochangereichertes Uran eventuell ins Ausland verbracht oder unter IAEA-Aufsicht gelagert werden könne – allerdings ohne das Recht auf Urananreicherung grundsätzlich aufzugeben.
Rhetorik verschärft sich – auch Drohungen gegen Trump
Während moderate Stimmen Gesprächsbereitschaft signalisieren, gibt es auch scharfe Töne aus Teheran. Die ultrakonservative Zeitung Kayhan rief gar zur Hinrichtung von IAEA-Generaldirektor Grossi auf – eine Aussage, die international für Empörung sorgte. Auch gegen Trump selbst gab es verbale Drohungen. Der einflussreiche Ajatollah Naser Makarem Shirazi warnte, eine Drohung gegen das geistliche Oberhaupt Irans könne laut islamischem Recht mit dem Tod bestraft werden. Trump hatte zuvor in einem Interview Khamenei als „leichtes Ziel“ bezeichnet, wenn auch „nicht jetzt“.
Fazit
Während sich die Weltöffentlichkeit fragt, wie effektiv der Angriff auf das iranische Atomprogramm wirklich war, bleibt die Lage zwischen Teheran und Washington angespannt. Trotz einiger diplomatischer Signale ist die Gefahr einer weiteren Eskalation nicht gebannt – vor allem, solange keine Klarheit über das Ausmaß der Schäden und den weiteren Kurs Irans herrscht.

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