Der Sommer zeigt sich in diesem Jahr nicht nur klimatisch von seiner extremen Seite – auch in der österreichischen Fleischwirtschaft wird es heiß. Hoh
Der Sommer zeigt sich in diesem Jahr nicht nur klimatisch von seiner extremen Seite – auch in der österreichischen Fleischwirtschaft wird es heiß. Hohe Temperaturen, Ernteausfälle, steigende Kosten und festgefahrene Lohnverhandlungen setzen die Branche massiv unter Druck. Während die Preise für Fleisch steigen, scheinen die Beschäftigten beim Thema Lohnerhöhung leer auszugehen.
Klimafolgen wirken sich direkt auf die Produktion aus
Die Hitze der vergangenen Wochen hat gravierende Auswirkungen auf die Landwirtschaft – besonders auf den Maisanbau. In manchen Regionen ist die Ernte beinahe vollständig ausgefallen. Mais ist ein zentrales Futtermittel für Schweine, was bedeutet: weniger Futter, höhere Preise und zusätzliche finanzielle Belastungen für die Betriebe. Gleichzeitig leiden die Tiere selbst unter der Hitze, nehmen weniger Futter auf und wachsen langsamer. Das durchschnittliche Schlachtgewicht ist auf ein Rekordtief gesunken, was ebenfalls zu geringeren Erträgen führt.
Höhere Kosten, aber kein Geld für Beschäftigte?
Während Futter und Energie teurer werden und die Produktionskosten steigen, fordern die Beschäftigten in den fleischverarbeitenden Betrieben zurecht eine Lohnerhöhung. Doch die Arbeitgeber zeigen sich zurückhaltend. Sie bieten nur einen minimalen Anstieg – weit unterhalb der aktuellen Inflation. Das bedeutet: Wer in der Branche arbeitet, hat real weniger Geld im Börserl als noch vor einem Jahr.
Ein weiterer Streitpunkt: Die Gewerkschaft fordert, dass das Umkleiden – das oft Pflicht ist und Zeit kostet – künftig als Arbeitszeit anerkannt und bezahlt wird. Auch hier stoßen die Beschäftigten bisher auf Ablehnung.
Globale Märkte verschärfen den Druck
Zusätzlich zur heimischen Belastung wirkt auch der internationale Markt auf die Branche ein. Nach Krankheitsausbrüchen in Übersee ist die europäische Fleischproduktion stärker gefragt denn je. Österreichische Produzenten liefern vermehrt ins Ausland, was den Druck auf Personal und Produktionskapazitäten erhöht – ohne dass davon automatisch mehr Geld in den Betrieben oder bei den Angestellten ankommt.
Fazit: Ein Sommer voller Widersprüche
Die österreichische Fleischwirtschaft steht an einem kritischen Punkt: Während die Preise für Konsumentinnen und Konsumenten steigen und der Export floriert, steigen auch die Belastungen für Landwirte und Beschäftigte. Besonders letztere fühlen sich zu Recht im Stich gelassen: Sie halten den Betrieb am Laufen, sollen aber bei der Verteilung des wirtschaftlichen Mehrwerts hintanstehen.
Wenn sich an dieser Schieflage nichts ändert, könnte es ein langer, heißer Sommer werden – nicht nur wetterbedingt, sondern auch in den Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern.

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