Organspendemangel in Österreich: 62 Menschen sterben auf Warteliste In Österreich herrscht eine alarmierende Knappheit an Organspenden. 2024 wurden i
Organspendemangel in Österreich: 62 Menschen sterben auf Warteliste
In Österreich herrscht eine alarmierende Knappheit an Organspenden. 2024 wurden insgesamt 637 Transplantationen durchgeführt, davon 579 mit Organen von Verstorbenen und 58 von Lebendspendern. Ende des Jahres 2024 standen 848 Patienten auf den Wartelisten, viele davon warteten auf eine Niere. Im selben Jahr starben 62 Menschen, weil sie nicht rechtzeitig ein geeignetes Organ erhielten.
Ursachen des Rückgangs
Trotz der in Österreich geltenden Widerspruchslösung, bei der jeder potenziell Organspender ist, sofern er nicht zu Lebzeiten widersprochen hat, sinkt die Zahl der Spender. Ein wesentlicher Grund dafür ist die zunehmende Ablehnung durch Angehörige im Todesfall. Viele Familien sind emotional überfordert und können sich eine Organspende nicht vorstellen, selbst wenn der Verstorbene keinen Widerspruch eingelegt hat. Dies führt dazu, dass der mutmaßliche Wille des Verstorbenen nicht umgesetzt wird.
Regionale Unterschiede
Die Zahl der Organspender variiert regional erheblich. Im Jahr 2022 lag die Spenderzahl pro Million Einwohner in Kärnten bei 53,1, in Tirol bei 24,9, in Salzburg bei 23,1 und in Wien bei 22,3. Niederösterreich wies mit 15,3 die niedrigste Quote auf. Diese regionalen Unterschiede werfen Fragen zur Effektivität der bestehenden Strukturen und Aufklärungskampagnen auf.
Appell zur Bewusstseinsbildung
Experten betonen die Bedeutung der Aufklärung und der persönlichen Auseinandersetzung mit dem Thema Organspende. Es wird empfohlen, den eigenen Willen zu dokumentieren und Angehörige darüber zu informieren. Nur durch eine breite gesellschaftliche Diskussion und individuelle Entscheidungen kann die Zahl der Organspenden nachhaltig erhöht werden.
Fazit
Der anhaltende Rückgang der Organspenden in Österreich führt zu einer stetig wachsenden Zahl von Patienten auf den Wartelisten und zu vermeidbaren Todesfällen. Es ist entscheidend, dass sich jeder Einzelne mit dem Thema auseinandersetzt, um Leben zu retten und die Wartezeiten zu verkürzen.

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